La Fontaine – Die Grille und die Ameise Hörbuch
Freitag, 8. Juli 2011 18:49
Die moderne Version Wir sind entsetzt über die menschenverachtende Unmoral, die aus dieser Fabel spricht. Dem Ungeist der ausbeuterischen Bourgeoisie, der hier erkennbar wird, wollen wir die Wärme und das Mitgefühl der solidarischen Volksgemeinschaft entgegenstellen. Daher haben wir die Fabel etwas umgeschrieben. Sie ist nun zwar nicht mehr in kunstvollen Versen formuliert, dafür transportiert sie aber die richtige Gesinnung, und das ist immer das Entscheidende. Es war einmal eine Grille, die das Leben liebte und mit ihren Freunden viel Spaß hatte. Diese Grille war durchaus bereit, eine ihr gemäße Arbeit anzunehmen, aber es stellte sich heraus, daß keiner der vielen Arbeitsplätze, die ihr angeboten wurden, für sie zumutbar war. Die Arbeitsagentur bestätigte sie in dieser Auffassung. Mit Verachtung blickte die Grille auf eine ihr bekannte Ameise, die sich bedenkenlos von den Kapitalisten ausbeuten ließ, und dies für eine Hand voll Euros. Die Grille zog es vor, ihre Zeit den schönen Dingen des Lebens, wie Wein, Weib und Gesang, zu widmen. Es kam der Winter und die frierende Grille berief eine Pressekonferenz ein, in der sie zu wissen verlangte, ob es mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit vereinbar sei, daß die Ameise ein großes beheiztes Haus hat und Nahrungsvorräte im Überfluß, während andere in der Kälte litten und hungerten. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen zeigte Bilder der fröstelnden Grille und in starkem Kontrast dazu Aufnahmen der Ameise in ihrem gemütlichen Heim …
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Die gegenwärtige Realität der islamischen Welt präsentiert sich in einer meist bedrückenden und traurigen Weise. Der geistige Verfall unserer Völker, die wirtschaftliche Rückständigkeit der Länder der islamischen Welt, die bei Inbetrachtbeziehung ihres natürlichen Reichtums an wichtigen Rohstoffen aller Art besonders ins Auge fällt, das Elend oft großer Bevölkerungskreise, das aus falscher und ungerechter Umverteilung der vorhandenen Güter resultiert, all dies ist uns Muslimen keineswegs fremd. Dagegen rangieren etliche muslimische Länder an oberster Stelle, wenn es um die Anzahl der politischen Häftlinge geht – Häftlinge, die härtester physischer und psychischer Folter unterliegen und denen eine Behandlung widerfährt, die die Spitze der Grausamkeit erreicht. Die islamische Welt ist heute in mehr als fünfzig kleine, politisch bedeutungslose Staatengebilde zersplittert, die einerseits in imperialistischer Art und Weise vom Westen (und dem früheren sog. Ostblock) bekämpft werden und andererseits einander gegenseitig blutige, kriegerische Auseinandersetzungen liefern, die zum Tod und zur Vertreibung von Millionen Muslimen geführt haben. Die Toten solcher Konflikte unter Muslimen betrachtet dann jede der beiden Konfliktparteien oft als Märtyrer, die ihr Leben für die Sache des Islam gelassen haben, während sie doch meistens Instrumente westlicher Außenpolitik waren, die häufig – ohne es selbst zu wissen – zu Stellvertreterkriegen und der Verteidigung von Großmachtinteressen …
Video Bewertung: 4 / 5
Thema: Regierungsgewalt | Kommentare (10) | Autor: regierungsgewalt

